Vogesen

Sonntag:
Anfahrt nach Rohrbach bei Landau: 3 h. Pony ins Paddock, Martina meine Mitreiterin ist schon da. Wir beziehen das gute DZ und gehen in die Pizzeria im Dirf. Es ist 32 Grad, um 19 h!!
Nach dem Tatort quatschen wir noch und machen dann bald die Augen zu.

Montag:
Die Ponys sind schnell gefüttert. Um 8 h gibt's ein letztes deutsches Frühstück.
Nach 2 Autofahrt kommen wir in Ribeauville an. Es ist nicht ganz so heiß wie gestern. Nun heißt es warten auf Astrid, die 3. im Bunde. Sie fährt die ganze Strecke heute, ohne Zwischenübernachtung. An der Gite, wo wir die Autos 1 Woche stehen lassen, ist niemand zu finden. Hmmm. Wir bereiten alles vor, um die Autos rum liegt überall Gepäck. Dann trifft Astrid ein, wir sind komplett. Und als wir bereits gesattelt und gepackt haben, hält ein Auto und Sylvi steigt aus, die Besitzerin der Gite. Sie ist völlig überrascht, hat uns total vergessen, aber wir lernen sofort französisches Laissez faire kennen: alles pas de probleme. Leider hat Sylvi in 1 Woche, wenn wir zurück kommen, kein Bett mehr frei, es ist Mittelalterfest in Ribeauville. Egal. Endlich, um 13.15, starten wir. Anfangs geht es 20 min durch den Ort und dann steigen wir auf zu den 3 Ruinen. Der Weg ist schmal, steinig und steil aber die Ponys ziehen kräftig bergan. Willkommen in den Vogesen. Endlich oben ein phantastischer Blick auf Ribeauville und die Ebene. Wir klettern ein wenig in den Ruinen herum, die Pferde verschnaufen. Durch meinen Meniskusriss bin ich etwas gehandicapt, die ganz große Burgbesteigung lasse ich aus. Nach 30 min ziehen wir weiter, laufen auf breitem Weg leicht bergab. Später wird der Weg schmal und endet an der Straße im Tal. Hier gibt es tolles fettes Gras, wir machen eine Fresspause. Weiter geht's mit neuer Kraft, 600 m die Straße runter und auf der anderen Seite des Tals wieder hoch. Der Singletrail ist toll, gut zu reiten, da der Boden hier von Natur aus wie geschottert ist. Endlich sind wir oben und gönnen den Ponys etwas Waldgras, was aber entweder nicht schmeckt oder sie haben noch keinen Hunger. Nach 15 Minuten ziehen wir weiter. Ich wähle jetzt den direkteren Weg nach Aubure, wenn dieser auch nicht so spannend ist. Aber es ist schon spät. Nach einer weiteren Stunde kommen wir um 18 h und 23,5 km bei Bernard an. Die Ponys dürfen in saubere Boxen. Sehr gut, auch hier gibt's noch genug Fliegen :-(. Es gibt bestes Heu und verschiedene Sorten Kraftfutter. Unsere Zimmer liegen direkt unterhalb des Stallgebäudes, alles erscheint noch neu u d sehr sauber. Hier werden wir von Marianne, der Tochter und ihrem 4 Monate alten Baby empfangen und fürstlich bekocht. Nach einem letzten Kontrollgang bei unseren Ponys fallen wir um 21.15 h ins Bett. Ein erster gelungener Tag !

 

Dienstag
Um 7.30 h gibt's heute bereits Frühstück, nachdem die Ponys gefüttert sind. Die Tour wird lang.
Eines meiner großen Bedenken war die Sprachbarriere. Sylvi, wo die Autos parken und auch Bernard, der Seniorchef im 1. Übernachtungsquartuer, könnten etwas Deutsch. Der Rest ging mit Händen und Füßen und viel Gelächter. Mariann, die Tochter von Bernard, kann kein Deutsch. Hier habe ich mein 30 Jahre altes Schulfranzösisch ausgegraben. Das menschliche Gehirn ist wirklich erstaunlich. Auch die Scheu zu sprechen vergeht, wenn man muss. Eine ganz neue Erfahrung für mich. Eigentlich sollte der 4. Mitreiter das Sprechen übernehmen. Er fiel ja kurzfristig wegen Knieschmerzen aus. Martina kann gar kein Französisch, Astrid spricht auch nur verstaubtes Schulfranzösisch. Aber ich bin zuversichtlich :-)

Wir reiten anfangs durch das kleine Nest Aubure, verlassen dann die Straße und es geht 2 h nur berghoch auf gut bereitbarem Schotterweg. Auf 1088 m machen wir eine längere Fresspause. Es ist sonnig und kühl, wenig Insekten: perfekt ! Nach 20 min auf schönsten Singletrail kommen wir an eine Auberge mit tollem Gras und gönnen uns einen Cafe mit grandioser Aussicht. Anschließend laufen wir 30 min bergab. An einem einzeln gelegenen Haus fragen wir nach Wasser für die Pferde. Sie Pumpen jeder 12 l ab. Der Mann bietet uns Café, Bier ect an, wir lehnen dankend ab. Sehr nett...
Über einen geteerten Wirtschaftsweg geht es ewig dahin, zum Glück schön eben und mit schönem Blick ins Tal. Im Wald kommt wieder ein Bach, leider nicht zu Pferd erreichbar. Unsere Wasserschüssel kommt erstmalig zum Einsatz und die Ponys haben schon wieder großen Durst. Mittlerweile ist es warm geworden. An einer Bank mit Gras machen wir um 13.50 h für 1 h Mittagspause. Es ist heiß. Weiter folgen wir dem Weg, der jetzt schön weich und schmal ist und mehrmals die Kammstrasse, Route du cretes, kreuzt immer hinauf. Später am Nachmittag ist die Luft ein wenig raus, wir packen das mitgeführte Kraftfutter aus. Dann sind wir oberhalb des Lac Blanc, führen nach ein paar Fotos die Ponys hinab zum See. Leider viele Touristen, Baden unmöglich. Der Einstieg in den Wanderweg ist schmal, von Findlingen durchsetzt und steil. Tapfer folgt mir Jack in die schwierige Passage. Leider ist nach 10 min Keackselei ein Weiterkommen unmöglich. Das Felsenmeer bietet keine Möglichkeit. Wir drehen um, gehen kein Risiko ein. Beim Abstieg bleibt Stella mit der Ortlieb Packtasche in einer schmalen Stelle an Fels hängen, ein Riemen reißt, ist später aber schnell geflickt. Nun müssen wir 20 min die stark befahrene Straße führen und sind froh dann wieder im Wald zu sein. Der Weg zieht sich, die Ponys sind lustlos, wir traben ein Stück, das macht alle wieder munter. Nach einer letzten Fresspause kommen wir nach 36,6 km und 9 h 30
Min bei Familie Bottos auf Pres du Bois an. Ein netter kleiner Stall, blitzsauber. Alle sind müde, die Pferde beziehen nach einer Dusche ihre Boxen. Wir bewohnen eine hübsche Ferienwohnung und essen anschließend mit der Gastfamilie und zwei netten Waliserinnen. Leider können diese wenig Deutsch, wir wenig Französisch. Unsere Gastgeberin kann gut deutsch, übersetz zT für uns. Nach gutem und reichlichem Essen fallen wir nach dem Haferfüttern um 21.30 h ins Bett.

 

 

Mittwoch:
Die gestrige Etappe war anstrengend für alle. Die Wege waren überwiegend geschottert, die neuen Duplos sehen bereits mitgenommen aus :-(
Wir frühstücken erst um 8 h, nachdem die Pferde versorgt sind. Wir sitzen mit der Gastfamilie und weiteren Gästen am Frühstückstisch mit einer Bol Cafe und Weißbrot mit Marmelade: typisch französisch eben :-). Für dieses hervorragende Quartier zahlen wir 62 €. Schon beim Satteln ist es heiß. Um 9.45 starten wir. Die Pferde sind gut drauf, ziehen zügig den Berg hoch. Es gab auch reichlich Kraftfutter :-). Bereits nach 20 min die 1. Schikane: der Bauer hat den Weg abgezäunt. Aber es gibt Griffe an E-Draht und ein Drehkreuz für Fußgänger. Also kein Problem. Stetig steigen wir bergab, bequeme Wege. Nach erneutem 20 min wieder die gleiche Schikane wie zuvor, wir passieren sie problemlos. Über einen mit fussballgrossen Steinen gepflasterten Weg führen wir bergab, immer nach Süden. Wir passieren ein Felsenmeer, wie ich es bereits aus dem Odenwald kenne. Ein paar Fotos, weiter geht's. Im Schatten läuft es sich angenehm. Ein Schotterweg führt uns zum Lac vert, hier treffen wir einige Wanderer, die einzigen heute. Ich frage auf französisch ein Paar, das von unserem weiteren Weg kommt, ob dieser bereitbar ist. Mit Unverständnis schaut der Mann seine Frau an, diese meint zu ihm auf deutsch!, sie verstehe mich nicht ... Alle lachen... Ja, der Weg sei zwar steinig, aber machbar meinten beide. Nach einem Foto mit uns allen dreien, laufen wir weiter. Der Pfad wir immer kniffliger, nach einer sehr engen Stelle, wo das Gepäck am Fels entlang streift, beschließen wir auf die unter uns liegende Straße zu klettern. Da kommt ein Auto der Gendarmerie, sieht uns, hält 100 m weiter vorne an und wartet. Oh nein, Ärger... Auf der Straße angekommen, sprechen uns die beiden Polizisten an, fragen nach dem Woher und Wohin, erkennen uns als Touris, wünschen uns einen schönen Tag und fahren weiter: uff. Ich dachte schon ... Kurz darauf eine Auberge, auf den Schreck erst mal ein Eis :-) und leckeres Gras für die Ponys. Auf 1001 m Höhe sind wir hier. Einen alpinen Weg ziehen wir hinauf, auf der anderen Seite laufen wir lange hinunter. Unten zum Glück ein Bächlein, die Ponys haben Durst bei der Hitze, die nur im Wald erträglich ist. Lange laufen wir über Schotterwege mit apfelgrossen Steinen, was anstrengend ist. In der Mittagspause bekommen die Ponys das mitgeführte Kraftfutter, Gras gibt es seit Stunden nur spärlich. Hoch, runter, so geht es den restlichen Tag. Zum Tränken klettere ich in einen Bach, schöpfe Wasser mit dem Falteimer, ein tolles, sehr praktisches Teil! Erfrischt geht's, wie kann es anders sein, bergauf. Teils schlottrige, teils nette schmale Wege. Auffällig sind die unzähligen, Kinderwagen-großen Findlinge im ganzen Wald. Die meisten Pfade, die unseren Hauptweg verlassen, bestehen aus "Stein-an-Stein", sind unpassierbar für Pferde, für Menschen nur mit absoluter Trittsicherheit. Eine letzte Fresspause gibt es auf Hohneck. Leider ist das Restaurant heute geschlossen. Uns fehlt Koffein ;-), wir rasten 30 min auf der Dorfwiese im Schatten. Noch 1,5 h auf tollen, schmalen Pfaden und wir kommen auf Pfeiffenberg/Merzeral an. Der nepalesische Angestellte zeigt uns Boxen und Futter. Wir können die Pferde waschen und sie ruhen sich dann in Panelboxen aus. Die 28 km waren wieder sehr anstrengend, viele Höhenmeter, mühsam zu gehende Schotterwege.
Die FeWo ist einfach, aber sauber, das nepalesische Essen sehr lecker, der Mitarbeiter ausgesprochen freundlich. Um 21.30 Heia :-)

 

 

Donnerstag;
Heute Morgen lernen wir unsere Gastgeber kennen, die in Urlaub waren: Françoise und Richard. Ein unglaublich sympathisches Ehepaar, wir quatschten noch lange Bach dem Frühstück und starten so erst um 10.20 h. Egal, die Etappe heute sind nur 24 km. Durch einen alten Hohlweg führen wir die Ponys 2 km ins Dorf Merzeral hinab. Bei Joa hat sich das Pad verschoben, sie muss neu gesattelt werden, dann geht es zunächst auf breitem Weg, dann auf Fuß-breitem Pfad begann. Nach 20 min das 1. Drehkreuz für diesen Tag (es werden noch 7 weitere folgen). Ich kann den oberen Teil abheben, weiter geht's. Wir ziehen stetig den Berg hinauf, die Ponys laufen gut. Weitere 30 min später wird es so steil, wir müssen absteigen. Ich mache den Schlepplift, d.h. ich laufe hinter Jack und halte mich am Schweif fest. Alle paar Meter bleiben wir stehen, verschnaufen, so steil geht es hinauf. 20 min, dann wie der Weg breit, flach, Graspause. Uff. Von 500 Hm sind wir auf 750 Hm aufgestiegen, bis 1284 Hm kommen wir heute noch: auf den Petit Ballon. Auf einer Trockenwiese machen wir erneut kurz Rast. Genießen bei herrlichster Sonne einen180 Grad Blick auf die umliegenden Berge des Munstertales. Schmale Wege und X Drehkreuze später landen wir bei der Auberge Rotensee, ein Café tut uns gut. Da es nix zum anbinden gibt, stehen unsere 4beinigen Freunde dösend neben der Kirmesgarnitur. Der geplante Weg ist nicht passierbar, das Drehkreuz nicht zu überlisten. So reiten wir 600 m die Straße hoch, versuchen dort unser Glück. Der Kuhzaun lässt sich an einer Stelle öffnen: hinein. Hinter dem geschlossen Naturfreundehaus gibts fette Wiese, eine Seltenheit in den Bergen. Die nutzen wir. 40 min Mittagspause. Der ehemals breite Wanderweg wird immer schmaler und mit großen Steinen versetzt. Erstaunlich, wir gut die Pferde klettern können, auch Joa, die mit 6 Jahren noch nicht so erfahren ist. Die Heidelandschaft ist wunderschön, aber die Augen können den technisch schwierigen Pfad nicht verlassen. Wir krackseln immer weiter, Jack tritt immer genau dort hin, wo ich zuvor hingetreten habe: kluges Pony!! Aber irgendwann sind wir hi durch durch das Felsenmeer, das Geläuf wird einfacher, nach über 2 Stunden zu Fuß steige ich nochmals auf, bis zum nächsten Drehkreuz :-) .... Dann haben wir mit 1284 m den höchsten Punkt unserer 1 wöchigen Reise erreicht. Wahnsinn. Eine wunderschöne Wacholderheide begleitet uns auf dem Bergrücken, wir können uns nicht sattsehen.
Doch irgendwann tauchen wir wieder ein in den Wald, mal reiten, mal laufen wir die folgenden zwei Stunden über breitere Schotterwege und weiche Waldwege bis zur Auberge Steinlebach. Diese erreichen wir um 17.30 h nach 24 km. Der Wirt zeigt uns den Sattellagerplatz z d wir versorgen unsere tapferen Freunde. Die zugewiesene Weide ist steil und hat nur spärliches Gras. Wir bauen ein 20x10 m großes Paddock für Jack, die Stuten laufen zusammen. Joa tritt einmal, Aufregung, Jack findet eine zuvor von mir nicht gesehene Öffnung im Originalzaun und schlüpft zu den Mädels: Aufruhr. Munter flitzen alle den Berg hinauf, zu den Isis der Gastgeber, die auf der anderen Seite des Zaunes auftauchen. Ein Gequitsche folgt, dann sind Jack und Joa geschnappt und werden diesmal sorgfältig eingezäunt und mit Strom versorgt. Leider gibt es keine Eimer an der Auberge, so schleppen wir Wasser in Martinas Falteimer und einer flachen Kunststoff-Gemüsekiste zu den Paddocks. Es ist ein tolles Licht, eine besondere Atmosphäre bei den Pferden heute Abend und wir liegen noch auf der Weide bis es Zeit zum Essen ist. Im Gastraum sitzen wir mit 14 Wanderern zusammen, der GR 523 läuft hier direkt vorbei. Ein lustiges Bild: vor allen Zimmern stehen Wanderschuhe (zum Ausdünsten :-) ).
Um 21 h liege ich bereits in unserem kleinen, aber sauberen 4-Bett-Zimmer. Ich habe Bauchschmerzen. Tagsüber wenig zu essen und abends dann warm und fett bekommt mir nicht. Schnell die Augen zumachen....
 

 

Freitag:
Die Nächte mit meinen schnarchenden Mitreiterinnen sind wenig erholsam. Ansonsten verstehen wir uns sehr gut, lachen viel. Besonders schätze ich, dass niemand rumnörgelt oder raummault, über was auch immer. Mit grossem Bedauern haben wir gestern festgestellt, dass uns nur noch 3 Tage bleiben. Egal, wir geniessen in vollen Zügen !!

Mein aus Zeltstangen selbst gebasteltes Wanderreiter-Zaunset hat sich bewährt :-) Es wiegt nur einen Bruchteil von Astrids Set (gekauft), welches Stangen aus Metall (Eisen?) hat. Die kleinen metallenen Spitzen, welche ich unten an die Zeltstangen geklebt habe, erleichtern das Eindrücken in die harte trockene Erde sehr. Experiment gelungen, würde ich sagen ! :-)

Am Morgen ist der Himmel erneut wolkenlos. Was haben wir doch ein Glück mit dem Wetter. So können wir die grandiose Aussicht über diese Bergwelt voll genießen. Auch die vereinzelnden Skigebiete sehen fast aus wie Kuhweiden. Nicht wie in den französischen Alpen, wo sie wie große Wunden der Erde erscheinen.

Wir frühstücken in der Auberge und holen dann die Ponys von der Weide. Unser Zaun ist fix abgebaut. Leider gab es trotz Vorbestellung kein Kraftfutter und nur eine Weide mit wenig Gras. Dementsprechend machen wir heute viele Fresspausen. Beim Satteln ist es schon sehr heiß. Wir reiten anfangs auf schönem Wanderweg, später auf schmalem Pfad mit unglaublichen Aussichten Richtung Grand Ballon. Insgesamt müssen wir heute 10 Schikanen überwinden: Absperrungen der Wanderwege der Bauern verschiedenster Art. Die isolierten Zangen kommen ständig zum Einsatz. Die Pferde nutzen die Pausen zum fressen oder ruhen. Sie haben gelernt auf den steilen schmalen Wegen nicht rumzuhampeln. Gehen Mittag tränken wir in einer Kuhweide und kommen wenig später an die Auberge du Haag. Café-/Radler-/Gras-Pause. Immer noch geht es weiter hinauf, das Planetarium (?) auf dem Grand Ballon ist weithin sichtbar. Hier begegnen und jetzt auch zahlreiche Wanderer und Mountainbikefahrer, sonst sind wir fast immer allein unterwegs. Wunderschöne Heidelandschaft ist hier oberhalb der Baumgrenze. Wir machen an einem kleinen Wiesenstück Mittagspause und dösen in der Sonne. Und dann kommen wir auf 1338 Hm am höchsten Punkt unserer Tour an. Ich bin mächtig stolz auf Jack! Er zeigt keinerlei Müdigkeit. Ein phantastisches Pony :-)

Erstmals stehen wir am Ende des Weges vor einem Zaun, wo ein Weiterkommen unmöglich erscheint. Dicke Baumstämme führen als Treppe über den E-Draht. Jack weigert sich. Die Extrem-Trail erprobte Stella übersteigt die Stämme mühelos, diese lösen sich aber bei der Aktion. Kurzerhand schiebe ich sie zur Seite, löse mit den Zangen den Draht und die beiden anderen Ponys überwinden die schwierige Passage. Anschließend baue ich alles wieder zusammen, weiter geht's. Ab fieser Stelle laufen wir 10 km und 1000 Hm hinab bis nach Buhl. Die Wege sind steinig u d sehr hart, mal breit mal Singletrails, immer im Wald. Mehrmals müssen wir pausieren, es ist anstrengend. Um 17 Uhr kommen wir nach 24 km in Buhl bei Familie Ärger an und werden herzlich aufgenommen. Nach einer Pferdedusche erholen unsere Helden sich in Boxen mit gutem Heu, wir duschen auch und laufen in ein Restaurant im Ort. Heute sind wir muskulär doch alle etwas angeschlagen, die lange Bergab-Passage fordert ihren Preis. Um 21 h schlafe ich bereits.... :-)

 

Samstag:
Wir haben beschlossen nach Rittende am Sonntag nochmals eine Zwischenübernachtung in Rohrbach zu machen. Nach mehrmaligen Telefonaten sind 3 Betten gebucht, die Ponys können wieder bei Becker's bleiben. Lieber hätten wir in Ribeauville geschlafen, hier ist wegen einem Mittelalterfest aber alles ausgebucht.

Frau Arger macht uns ein einfaches Frühstück und auch unsere Kameraden bekommen heute wieder Hafer. Bei dieser hohen Anforderung können die Ponys kiloweise Kraftfutter fressen und haben alle trotzdem abgenommen. Der Weidebauch ist weg. Richtig durchtrainiert sieht Jack jetzt aus, ein superfittes Bergpony :-)

Kurz führen wir durch den Ort und reiten noch etwas das Tal entlang. Fann geht es 2 h abwechselnd über Singletrails und breite Wege hinauf bis auf 780 m. Um 12 h kommen wir an eine noble Auberge, bestellen Café und Wasser für die Pferde. Da es hier kein Gras gibt, ziehen wir bald weiter. Heute haben wir nur Wald. Zum Glück, ohne Bäume ist es sehr warm. An meiner Bank mit Tisch machen wir 30 min Mittag. Wie immer gibt es Wasser und Brot vom Frühstück, sehr bescheiden :-) Und wieder haben wir einen tollen, nur fußbreiten Weg, der sich über den Bergrücken schlängelt. Wir kommen an 2 Burgruinen (Haneck und ...?). Ab hier heißt es bis ins Tal laufen. Der schmale Pfad ist steil und steinig. Immer wieder frage ich mich, wie auf diesem Boden mit kaum Humusschicht Bäume wachsen können? Auf einem Stück des Pfades haben Ahornbäume ihr Laub abgeworfen. Das Rascheln der trockenen Blätter kündigt den Herbst an. Nach knapp 1 Stunde über den Singletrail kommen wir im Tal westlich von La Forge an. Ein saftiges Stück Wiesenrand ist die Belohnung. Unspektakulär reiten wir dann durch einen Ort, später auf dem geteerten Radweg immer nach Osten bis La Forge. Nach etwas Suchen finden wir die Gite, niemand da. Ich rufe Madame Caruso an, wir müssen 1 Stunde im Schatten warten, zum Glück finden wir Wasser für für Ponys im Garten. Die Paddocks sind flott aufgebaut und es gibt gutes Heu. Weideflächen sind hier überall Mangelware. Wir schlafen direkt neben der Weide in einer frisch renovierten Ferienwohnung und werden gut bekocht. Da die Etappe heute nur 27 km und nicht so schwer war, schaffe ich es tatsächlich mich bis 22 h wachzuhalten :-)

 

 

Sonntag: letzter Reittag

Wir haben das Frühstück für 7.30 h bestellt, da wir nach dem Ritt noch 2 Autostunden bis Rohrbach fahren wollen. Hier machen wir eine Zwischenübernachtung. Das Frühstück ist mehr wie reichlich. Pünktlich um 9.15 h starten wir, heute bei bedecktem Himmel. Es geht meist über geteerte oder befestigte breite Wege in 26 km durch die Weinberge. In Tuckheim, einem wunderschönen mittelalterlichen Städchen, ist ein großes Autorennen. Größer könnte der Kontrast nicht sein: wir wie vor 100 Jahren zu Pferd und die Rennfahrer mit 300 PS. In Katzenthal trinken wir Café in einer Auberge, während die Ponys nebenan an einem Hoftor angebunden relaxen. Jetzt, nach einer Woche Wanderschaft, haben sie gelernt jede Minute zum Ausruhen zu nutzen. Die große Mittagspause machen wir zwischen unzähligen Weinstöcken. Leider ist Gras heute knapp, alles ist hier abgemäht oder oft auch weggespritzt. Dafür gibt es in jedem Dorf einen Brunnen für die Ponys. Der Himmel zieht sich immer mehr zu. Aber bis zu den Hängern bleibt es trocken. In Ribeauville, wo wir geparkt haben, ist heute Mittelalterfest und das kleine Städtchen platzt aus allen Nähten. Was für ein Kontrast zu der letzten Wiche um Hochgebirge, wo wir kaum einen Menschen getroffen haben.
Bei den Gespannen angekommen sind die Pferde schnell versorgt h d eingeladen. Wir fahren noch 2 Stunden bis nach Rohrbach/Pfalz. Hier schlafen unsere Kameraden wie vor einer Woche bei Becker's im Paddock. Wir beziehen eine FeWo und essen Salat aus der Pizzeria. Lecker!! Obst und Gemüse waren letzte Woche Mangelware. Ich bin so müde, um 20 h schlafe ich bereits.

Montag:
Um 7.30 h will ich duschen, mit Seife auf Haar und Körper bleibt plötzlich das Wasser weg. Reste aus dem Küchenhahn fange ich auf und wasche meine Haare aus. Ein Bagger hat die Leitung geschädigt, stellt sich später raus. Café fällt somit leider aus. In der Bäckerei ist die Cafemaschine defekt, so frühstücken wir ein letztes Mal zusammen mit Cola und trockenen Brötchen :-)
Dann heißt es Abschied nehmen. Jeder fährt alleine nach Hause, da wir weit auseinander wohnen.

Es war eine phantastische Woche mit unglaublichen Erlebnissen.
Besonders dankbar bin ich meinem Pony Jack, der mir diese unvergessliche Zeit ermöglicht hat.
Das Wichtigste ist, dass Mensch und Tier heil zurückgekommen sind, reich an Erfahrungen und Abenteuern. Wir haben eine super Leistung erbracht: 190 km in 7 Tagen bis zu einer maximalen Höhe von 1334 m.

Ich bin sehr stolz auf mein geliebtes Pony !!!

 


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